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Spiritualität

Woran glaube ich?

 

Eines ist gewiss: Spiritualität gehört für viele Menschen zu ihrem Leben wie der eigene Atem (spiritus: Geist, Atem, Hauch). Das Nachdenken darüber, woran ich glaube, an welches Wissen ich glaube, was ich mit Gewissheit glaube, was ich glauben und wissen will, entspringt unserem menschlichen Geist – insofern ich an einen menschlichen Geist glaube.

Sybille Tezzele Kramer, 2014

Die Lektüre der Ideen-, Philosophie-, Kultur-, Psychologie- und Religionsgeschichten verdeutlicht, dass das Wissen über das Geistige (sei es das Geistige des Menschen, der Natur, der Welt oder des Göttlichen) so bunt wie die Menschheit selbst ist. Der historische Ursprung jener Suche nach felsenfester Weisheit und Glückseligkeit – seien sie natürlich oder übernatürlich – liegt wohl so lange zurück, wie jener Moment, in dem ein Mensch zum ersten Mal sich seiner Gedanken, Gefühle, Phantasien, Wahrnehmungen, Ängste oder Sehnsüchte bewusst wurde, nach Erklärungen für die Existenz seiner selbst und der Welt suchte und dieses Nach-Denken und Nach-Fühlen in Worte und Rituale verpackte.

Wer heute eine (wie auch immer geartete) spirituelle Sehnsucht in sich spürt, findet überall – gefühlt an jeder Straßenecke und per Mausklick jederzeit im Internet – ein schier unüberschaubares Angebot an Sinnerklärungen, Heilsversprechen, Erlösungsszenarien, Prophezeiungen, Berichten über übernatürliche Erfahrungen, Weisheiten und Wissensformen, Ideologien, mystische Lehren sowie Religionen. Je mehr Angebote der Einzelne sich aufzeigen lässt, desto mehr wird er in eine bodenlose Verwirrung gebracht: Wer hat jetzt Recht? Wer bietet echte spirituelle Fürsorge? Wem kann ich vertrauen? Wer manipuliert mich und wer hilft mir? Bei wem bekomme ich das, was versprochen wird? Ich kann doch nicht alle ausprobieren?! Wer auf diesem großen Marktplatz der spirituellen Angebote nach seiner Lebensbestimmung sucht, findet oftmals enttäuscht nur noch die Widersprüche und Anschuldigungen der Händler: Die Anderen sind falsche Propheten; wir/ich biete/n die einzig wahre Antwort, (Er-)Lösung und Glückseligkeit. Es gibt heute keinen spirituellen Anbieter mehr, der nicht durch andere Händler der Spiritualität wiederum in Frage gestellt wird.

Was nun ist jetzt mit Ihrer spirituellen Sehnsucht? Was bedeutet Spiritualität eigentlich? Welchen Einfluss haben Ihre Glaubensüberzeugungen auf Ihren Alltag? Wollen Sie ein bestimmtes Angebot für sich finden und durchleuchten oder wollen Sie Ihren eigenen spirituellen Weg gehen? Beides setzt Sie vor große Herausforderungen: Das eine konfrontiert Sie mit dem besagten unüberschaubaren spirituellen Angebot; das andere lässt Sie die eigene Spiritualität neu (er-)finden, was mühsam, einsam und verwirrend sein kann, misslingt oder Sie vielleicht bei anderen anecken lässt. Doch beides – sowohl das Sich-Einverleiben eines bestehenden Glaubens genauso wie das Finden einer eigenen Spiritualität – kann auch gelingen, dem eigenen Leben sowie dem Miteinander Halt, Orientierung und Sinnhaftigkeit geben. Es kann zur Verbesserung Ihrer Lebensumstände und jener Ihrer Mitmenschen führen.

Wenn Sie sich in einem philosophischen Gespräch mit Ihrer spirituellen Sinnsuche, die nicht per Definition religiös sein muss, auseinandersetzen möchten, werden wir zusammen hinterfragen, was Sie durchdenken wollen, und festhalten, woran Sie wie glauben wollen. Vielleicht möchten Sie nicht nur herausfinden, woran sondern auch weshalb Sie glauben. Welche Bedürfnisse wollen Sie in Ihrer Spiritualität stillen? Möglicherweise aber geht es Ihnen um eine Loslösung vom Spirituellen: nicht mehr glauben? Geht das? Glauben Sie trotzdem noch an etwas, wenn Sie Ihren bisherigen Glauben hinter sich lassen?

Als Philosophin begleite ich Sie gerne bei dieser spirituellen Suche: gleichermaßen kritisch wie auch wertschätzend und mit Blick für Ihr Wohlergehen und das Ihres Umfeldes. Meine eigene Spiritualität werde ich bei Bedarf offenlegen, aber niemals zur Ihrigen machen. Es geht um Ihre Spiritualität und Überzeugungen: woran - Sie - glauben - wollen. Zuallererst gilt also, dass Ihre Spiritualität durch Eigenverantwortlichkeit getragen wird. Woran wollen Sie eigenverantwortlich glauben? Welche inneren Haltungen, Weisheiten und Glaubenssätze sollen Ihr Leben prägen und leiten? Das entscheiden nur Sie.

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